Startseite
  Gästebuch
  Abonnieren
 


 
Links
   

http://myblog.de/loup

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Frühjahrsstürme

Sturm fegt weites Land
sonnenverwöhnte Stunden

Mein Aprilleben
12.4.11 19:31


Werbung


Folge Deinen Entscheidungen

Verwirrt stand ich auf
der Treppe vor dem Café
War es richtig
was ich getan hatte

Würde nicht die Last
dieser Welt mich
zu Boden drücken
sobald ich die Straße
erreichte

Würde ich nicht
auf dem Glatteis
meiner Entscheidungen
ins Schleudern geraten
stürzen

Geh nur - geh
sonst wirst Du nie
lernen hinter Deinen
Entscheidungen zu stehen
1.3.11 06:29


Zwischen zwei Welten

Da ist die eine Welt, die mich inzwischen schon über ein drittel meines Lebens begleitete. Ich habe sie verlassen, obwohl die Trennung erst in den nächsten Tagen offiziell vollzogen sein wird, und dann ist da diese Andere, gar nicht weit entfernt. In allem. In sie werde ich eintreten, wissend um Teile nicht wissend wie ich mein Bestehen in ihr gestalten kann. Vieles ist neu, anderes altbekannt. Ist das Wissen, das ich zu haben meine, richtig oder nur vage, oder wird alles ganz anders - ich weiß es nicht... Soll ich deswegen zweifeln? Nein.

Ich werd die Zeit bis dahin genießen und mich dann einfach hineinstürzen.

Die Klippen hinab um zu sehen wie kalt und tief das Wasser ist.

Nervenkitzel
24.2.11 10:36


inspiriert

Die Weiden beginnen sich zu wiegen
Die Vögel kehren im Sonnenlicht zurück
Die ersten Blumen wollen ihre Köpfchen biegen
Der alte Winter geht gebückt
seines Wegs hinfort gen Norden
Doch drohend hebt er seinen Stock
Schickt Frost noch einmal übers Land

Alles erstarrt
--loup--
23.2.11 10:17


Schreibübung

Um den Knoten aus Geist und Fingern zu bekommen habe ich die Schreibübung mit zehn willkürlich getippten Worten gewählt.
Aus
Dasaß
Jemand
Zwillinge
Schlimmste
Strohhalm
Niemand
Gänsekiel
Seltsamen
Fremden

Diese zehn Worte für diese Geschichte sind blind und willkürlich dem Kinderbuch „Die Prinzen und der Drache“ von Tanja Kinkel entnommen.


EMMA

Aus einem dunklen Kellerloch kam sie emporgeklettert. Kalter Schweiß rann über ihre Stirn und die angstvoll geweiteten Augen suchten hastig die Gegend nach einem Versteck ab. Dann sprintete sie los. Zum Waldrand. In der Hoffnung dort Deckung zu finden jagte sie im Zickzack zwischen den alten Apfelbäumen hindurch. Ein schmutziges Menschlein in zerrissenen Lumpen.
Und wer, statt ihr nachzublicken, stehen blieb um herauszufinden wovor das Mädchen solche Angst hatte, musste feststellen, dass Nichts und Niemand ihr folgten. Nichts in seinem unauffällig graugrünen Umhang und Niemand trug seinen immer schwarzen Mantel mit den vielen besonders intensivfarbenen bunten Flicken auf den vielen Löchern, die ihm Wachhunde auf den nächtlichen Diebestouren, besonders in den hinteren Bereich des Kleidungsstück, gebissen hatten. Die beiden sprachen nicht und blickten sich auch nicht an. Zielstrebig folgten sie einer nicht erkennbaren Spur, die zwar direkt in den Wald zu führen schien, aber nicht im Mindesten den Haken folgte die die Kleine auf ihrer Flucht geschlagen hatte.
Eigentlich sahen die beiden aus, wie zwei Wanderer deren Ziel nicht fern sein konnte und die das wunderbare Wetter in diesem Landstrich noch ein wenig genießen wollten.
Hätte es nur nicht so geregnet wäre das Bild wahrhaftig vollkommen.
Als sie zum Waldrand kamen begann Niemand mit seiner tiefen und warmen Stimme leise zu rufen an: „Emma? Emma, es ist doch alles gut. Komm heraus, wir werden dich nicht anstatt des Kaninchens auf´s Feuer binden.“ Seine Stimme war wärmer als die bunten Flicken auf seinem Mantel aussahen und auch viel wärmer als der Mantel selbst. Hineinkuscheln konnte man sich in diese Stimme, dachte Emma. Und ja, Niemand war genau so ein Mensch wie seine Stimme klang, warm und gut, wenn er sich auch manchmal von seinem unscheinbaren Bruder zu schlechten Scherzen hinreißen lies. Nichts hingegen blieb lieber ruhig, denn er war es der die bösen Worte zuerst an Emma gerichtet und Niemand verleitet hatte den Scherz zu übertreiben. Kein Wunder, dass sie das Kaninchen lieber unter der Schürze versteckte als es ihnen auszuliefern. Wenn sie es nur noch bei sich hatte. Sie würden sonst eine weitere Nacht hungrig einschlafen müssen.

Emma kam nicht. Sie kauerte hinter einem Brombeerstrauch und pflückte die reifen Früchte in ihre Schürze. Leise ganz leise. Während sie so dasaß und hin und wieder eine besonders verlockende Beere aß, lauschte sie dem wundervollen Klang von Niemands Stimme. Zwar hörte sie den Worten nicht zu, denn es waren die üblichen Versprechungen und Entschuldigungen, die zu hören sie wirklich entgültig überdrüssig war, aber sie wärmte sich an ihrer Melodie. Ach, hätte Emma doch nur ein wenig Papier, einen Gänsekiel und wären die beiden Zwillinge nicht unermüdlich um sie herum, so könnte sie Balladen, Gedichte und Geschichten schreiben mit deren Vortrag Niemand auf den Märkten mit seiner zauberhaften Stimme Geld verdienen könnte. Er bräuchte nicht mehr über Hinterhöfe schleichen um irgendwo einen Apfel oder ein altes Brot zu stehlen. Der schlimmste Hunger war kaum zu stillen und Nichts, dieser kleine TaugeNichts, könnte endlich aufhören ihr Leben mit seiner miesepetrigen Laune zu versauern. Lernen müsste er. Er der er kaum spricht und wenn, dann nur flucht, er müsste lernen zu lesen und zu schreiben. Dann wäre auch er beschäftigt und würde nicht Niemand immer und immer wieder anstiften irgendwelche unüberlegten Aktionen zu starten, die alle drei immer nur in die Flucht treiben.

„Ach, Emma“ seufzte Niemand, dieser unendlich gute liebe Niemand neben ihr auf und hängte ihr den verschlissenen Mantel um die Schultern. „Komm her, Du bist ganz durchnässt.“ „Hat sie das Kaninchen noch?“ Emma blickte mit Tränen in den Augen zu Niemand hinauf, der sie lächelnd in den Arm nahm und rief: „Nein, geh und lösch das Feuer bevor der Keller zu einer Räucherkammer wird und wir heute Nacht darin ersticken.
„Verdammt was sollen wir essen?“ „Hier gibt es jede Menge Brombeeren und hör gefälligst auf zu Fluchen“, lachte Niemand und ging mit Emma, die ihr Schürze bis zum Bersten vollgepflückt hatte langsam durch die Apfelbäume zurück.

Tatsächlich war das Kellerloch, dass die beiden Männer gefunden hatten voller Rauch, aber Nichts hatte etwas Glut in der Feuerstelle gelassen um die nassen Mäntel und Umhänge zu trocknen. Wäre doch wenigstens ein Strohhalm dort gewesen, oder auch ein paar mehr aus denen sie sich ein notdürftiges Bett hätten bereiten können. Doch so blieb Ihnen nichts als sich in der Hoffnung die Kleidungsstücke schnell trocknen zu können vor die Glut zu kauern. Nach dem Beerenmahl, das selbstverständlich nicht Nichts Vorstellung von einem guten Abendessen entsprach, waren Schürze, Mantel und Umhang trocken. So dass sich Emma und Niemand aus der Schürze ein Kopfkissen knüllen und den Mantel als Decke nutzend aneinander kuschelten während Nichts fluchend und grollend seinen Umhang ausbreitete um ebenfalls zur Ruhe zu gehen.

Irgendwann, es war finstere Nacht hörte Emma etwas oben am Kellerloch kratzen. Vielleicht einen Hund? Doch weder schnaubte noch wuffte es, wie Hunde auf der Jagd oder wenn sie ungewöhnliches gefunden haben üblicherweise tun. Plötzlich hatte sie den Verdacht, dass jemand in ihr Schlafgemach herabstieg. Kurz schien sie versteinert, bis ihr Gehirn wieder so weit arbeiten konnte, dass sie Niemand vorsichtig mit dem Fuß anstieß. Ein vereinbartes Zeichen, das bedeutet beim Erwachen nicht zu reden, denn es könnte Gefahr bestehen.
„Hallo?“ fragte eine Stimme in die Dunkelheit. „Seid ihr noch hier? Ich habe Brot.“ Schlagartig hörte man Stoff durch die Luft fliegen, Nichts schien erwacht zu sein „Auch Fleisch? Mann, habe ich einen Hunger!“ „Wer seid ihr?“ fragte Niemand. „Ein Freund der mit Euch wandern möchte, falls ihr weiter zu gehen gedenkt.“ Der Fremde klang vertrauenswürdig. Emma wusste nicht warum und war normalerweise diejenige, die alles und jeden hinterfragte, aber sie glaubte dieses Mal wäre es in Ordnung und entfachte die Glut zu ihren Füßen wieder zu einem Feuer. „Georg, ich heiße Georg und wenn ich recht unterrichtet bin seid ihr die Zwillinge Nichts und Niemand und du dort die kleine Emma.“ „Ja, wo ist das Brot?“ gierte Nichts los und interessierte sich wie immer nicht im Geringsten dafür, ob vielleicht Gefahr bestünde. „Woher kennst Du unsere Namen“, wollte Emma nun doch wissen und sah den Fremden neugierig an. „Nun, wir reisen schon einige Zeit in der gleichen Richtung. Nur auf unterschiedlichen Wegen, denn ich brauche nicht fliehen, weil ich mein Brot mit der Kunst des Feuerschluckens verdiene. Allerdings bin ich der Reiserei ohne Gesellschaft überdrüssig und denke, dass ihr mir zum einen etwas Schutz alleine durch eure Gesellschaft gewähren könnt und wenn ihr euch etwas zu benehmen lernt auch ohne Mundraub leben könntet. Der Kleine zuliebe“, lächelte er Emma an. Was Niemand damit quittierte, dass er sie an sich zog und sagte er bräuchte keine Hilfe, sie kämen ganz gut zurecht. Nichts hingegen bekam einen seltsamen Gesichtsausdruck und fluchte das erste Mal in seinem Leben nicht. „Feuerschlucker?“ fragte er und begann zu strahlen. Dachte er daran als Feuerschlucker nicht immer nur der unbeachtete Nichts zu sein? Vermutlich, denn es ärgerte ihn, dass außer Niemand und Emma kein Mensch ihn wahrzunehmen schien, obwohl er mit diesem Talent viel eher geeignet gewesen wäre für alle drei etwas zu essen zu stehlen als sein Bruder, den jeder bemerkte.

Sie sprachen die halbe Nacht hindurch über ihre Ziele und einigten sich darauf, dass Nichts bei Georg in die Lehre gehen würde. Niemand und Emma erbaten Hilfe beim Erwerb von Schreibzeug und wollten dann im Gefolge von Georg die Zuschauer der Märkte mit Balladen, Gedichten und Geschichten erstaunen.
20.2.11 15:52


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung